Rate mal
In der OECD-Befragung PISA 2022 gaben 15-Jährige an, wie oft sie mit ihren Eltern über ihre eigenen Ausgaben sprechen. Wie viele von ihnen taten das wöchentlich oder monatlich?
Richtig!
Nicht ganz. Richtig ist: Knapp zwei von drei.
Auflösung zeigen
Richtig ist: Knapp zwei von drei.
Im Durchschnitt der OECD-Länder waren es 64 %. Die Spanne reichte von 52 % in Peru und Saudi-Arabien bis 71 % in Norwegen. Deutschland nahm nicht teil. Die Zahl sagt, wie oft gesprochen wird – nicht, ob das Gespräch gut war.
Kurz gesagt
- Kinder lernen den Umgang mit Geld durch Vorbild, Gespräche und eigene Erfahrung – du musst dafür kein Finanzprofi sein.
- Die Forschung zeigt Zusammenhänge, keine Garantien: Gespräche über Ausgaben gehen im PISA-Test mit besserer Finanzkompetenz einher, ob sie die Ursache sind, ist offen.
- Bei Werbung und In-App-Käufen helfen Absprachen, Einstellungen am Handy und schnelles Handeln, wenn etwas schiefgeht.
Was verstehen Kinder in welchem Alter?
Die US-Verbraucherschutzbehörde CFPB teilt ihr Programm „Money as You Grow“ in drei Altersgruppen ein. Das ist eine Orientierung aus den USA, kein deutscher Lehrplan – jedes Kind ist anders.
Geld und Alter: die drei Stufen der CFPB
| Alter | Was das Kind aufnehmen kann | Ein Satz zum Anbieten |
|---|---|---|
| 3 – 5 Jahre (Kita, Vorschule) | Abstrakte Geldbegriffe sind meist zu schwer. Die Grundlagen entstehen trotzdem. | „Für Dinge brauchst du Geld. Manchmal musst du warten und sparen.“ |
| 6 – 12 Jahre (Grundschule bis Beginn der weiterführenden Schule) | Regeln und Alltagsgewohnheiten festigen sich: Geld zurücklegen, Preise vergleichen, zwischen Wünschen wählen. | „Du kannst Geld für Wünsche zurücklegen.“ |
| Teenager | Eigene Entscheidungen werden wichtig: Ziel setzen, Fakten nachschlagen, dranbleiben. | „Ein Kredit heißt: Du zahlst zurück, was du geliehen hast – plus Zinsen.“ |
Quelle: CFPB, „Money as You Grow“ (USA), frei übersetzt. Die Sätze sind Beispiele aus dem Programm.
Für Deutschland rät das DJI, drei Dinge zu erklären: woher das Geld in die Familie kommt, wie es geplant wird und wofür es ausgegeben wird.
Wie fange ich an? Fragen statt Vorträge
Die OECD hat 15-Jährige gefragt, worüber sie mit ihren Eltern sprechen: eigene Ausgaben, eigenes Sparen, Wünsche, Online-Einkäufe, Taschengeld, das Familienbudget und Wirtschaftsnachrichten. Daraus lassen sich Anlässe ableiten.
Offene Fragen wirken besser als Belehrung. Die ersten beiden stammen aus dem Berliner Familienportal, die übrigen sind unsere Ideen und keine geprüfte Methode:
- „Was hat dir an deinem Kauf gefallen?“
- „Worauf möchtest du als Nächstes sparen?“
- „Was würdest du dir gern kaufen – und wie lange müsstest du dafür sparen?“
- „Was ist bei diesem Spiel kostenlos, und womit verdient die Firma ihr Geld?“
- „Warum zeigt dir die Werbung genau dieses Produkt?“
- „Woher kommt das Geld, das wir an der Kasse bezahlen?“
Der Alltag liefert Anlässe. Im Supermarkt kannst du laut denken und Preise vergleichen. Den Wunschzettel kannst du in „brauchen“ und „wünschen“ sortieren, und für größere Wünsche hilft ein Sparschwein mit sichtbarem Ziel.
Was viele falsch machen – und wie es besser geht
- Geld als Tabu. Kinder merken früh, dass Familien unterschiedlich viel Geld haben, schreibt das DJI. Schweigen erklärt ihnen nichts.
- Sorgen abladen. Kinder müssen nicht alle Zahlen kennen. Das DJI hält es für hilfreich, altersgerecht zu erklären, dass es regelmäßige Kosten gibt und das Einkommen begrenzt ist. Studien, die das DJI zusammenfasst, finden Zusammenhänge zwischen Geldstress der Eltern und späteren Einstellungen der Kinder.
- Taschengeld als Druckmittel. Das DJI rät, es weder als Belohnung noch als Strafe einzusetzen.
Werbung, In-App-Käufe und Taschengeld im Spiel
Laut KIM-Studie 2024 informiert sich knapp die Hälfte der 6- bis 13-Jährigen aktiv über Dinge, die sie gern kaufen würde (48 %). Ein eigenes Smartphone hat fast jedes zweite Kind (46 %).
Das Jugendschutzgesetz nennt Kauffunktionen, glücksspielähnliche Mechanismen und nicht altersgerechte Kaufappelle ausdrücklich als Risiken bei der Beurteilung von Medien (§ 10b JuSchG). Das DJI weist darauf hin, dass In-Game-Währungen und Guthabenkarten den echten Preis weniger sichtbar machen.
- Käufe im App-Store mit einer PIN schützen oder die Kaufoption abschalten, rät die Verbraucherzentrale Hamburg.
- Die E-Mail-Adresse des App-Store-Kontos regelmäßig lesen: Dort kommen die Kaufbestätigungen an (Verbraucherzentrale Niedersachsen).
- Bei unerwünschten Abbuchungen schnell handeln. Eltern müssen für In-App-Käufe ihrer Kinder grundsätzlich nicht zahlen, wenn sie diese nicht genehmigen. Dulden sie die Zahlungen länger, kann unter Umständen eine Zahlungspflicht entstehen.
- Absprachen treffen, was im Spiel ausgegeben werden darf. Das DJI rät zu klaren Absprachen bei Abos und Käufen.
Was ein Kind sofort mit seinem Taschengeld bezahlt, kann nach § 110 BGB auch ohne Zustimmung der Eltern wirksam sein. Mehr dazu in „Wie viel Taschengeld ist richtig?“.
Was sagt die Forschung – und was nicht?
Vorweg: Es gibt keine Garantie, dass Gespräche über Geld aus einem Kind einen Erwachsenen machen, der später gut mit Geld umgeht. Die Studien, die wir geöffnet haben, zeigen Zusammenhänge, keine Ursachen.
Das DJI beschreibt drei Lernwege: das Vorbild der Eltern, Gespräche und eigene Erfahrungen, etwa mit Taschengeld. Die Arbeiten, die es nennt, verbinden diese Wege mit Wissen, Haltungen und späterem Finanzverhalten.
Die OECD hat 2022 im PISA-Test die Finanzkompetenz von 15-Jährigen gemessen. Wer wöchentlich oder monatlich mit den Eltern über eigene Ausgaben sprach, schnitt im Schnitt 12 Punkte besser ab als wer nie darüber sprach. Zum Vergleich: Eine Kompetenzstufe entspricht dort 75 Punkten.
- Es ist ein Zusammenhang, kein Beweis – auch nachdem die OECD Geschlecht, sozialen Hintergrund und Migrationshintergrund herausgerechnet hat. Sie schreibt selbst, es könne auch sein, dass leistungsstarke Jugendliche öfter das Gespräch suchen.
- Deutschland gehörte nicht zu den 20 teilnehmenden Ländern und Regionen.
- Gespräche über das Familienbudget gingen im Schnitt mit 13 Punkten weniger einher. Auch hier lassen die Daten keine Ursache erkennen.
Was kannst du jetzt tun?
Du musst kein Finanzprofi sein. Die CFPB erinnert daran, dass du im Alltag längst Fähigkeiten nutzt, die du weitergeben kannst – etwa Preise vergleichen.
- Such dir pro Woche eine Alltagssituation aus und denke laut.
- Stell eine offene Frage statt einer Belehrung.
- Schau nach, welche Kaufeinstellungen am Gerät deines Kindes gesetzt sind.
- Besprecht, was das Kind mit eigenem Geld entscheiden darf.
Weitere Beiträge für Familien findest du im Bereich Kinder und Familie.
Teste dich selbst
Was sagt die OECD-Auswertung zu Gesprächen über Ausgaben und Finanzkompetenz?
Richtig!
Nicht ganz. Richtig ist: Wer mit den Eltern über Ausgaben spricht, schneidet im Schnitt etwas besser ab – ein Zusammenhang, kein Beweis.
Auflösung zeigen
Richtig ist: Wer mit den Eltern über Ausgaben spricht, schneidet im Schnitt etwas besser ab – ein Zusammenhang, kein Beweis.
Richtig, weil die OECD 12 Punkte Unterschied meldet, aber selbst schreibt, dass PISA-Daten keine Ursachen zeigen. Vielleicht suchen leistungsstarke Jugendliche das Gespräch öfter.
Ein Kind hat ohne Wissen der Eltern in einem Handyspiel Spielwährung gekauft. Was raten die Verbraucherzentralen?
Richtig!
Nicht ganz. Richtig ist: Schnell handeln und widersprechen, denn nicht genehmigte Käufe Minderjähriger muss man grundsätzlich nicht zahlen.
Auflösung zeigen
Richtig ist: Schnell handeln und widersprechen, denn nicht genehmigte Käufe Minderjähriger muss man grundsätzlich nicht zahlen.
Richtig, weil Minderjährige nur eingeschränkt Verträge schließen können. Wer die Zahlungen lange duldet, riskiert laut Verbraucherzentrale Hamburg eine Zahlungspflicht.
Das Geld in der Familie ist knapp, und dein Kind wünscht sich etwas Teures. Was rät das DJI?
Richtig!
Nicht ganz. Richtig ist: Altersgerecht erklären, dass es regelmäßige Kosten gibt und das Einkommen begrenzt ist – ohne alle Details auszubreiten.
Auflösung zeigen
Richtig ist: Altersgerecht erklären, dass es regelmäßige Kosten gibt und das Einkommen begrenzt ist – ohne alle Details auszubreiten.
Richtig, weil das DJI es nicht für notwendig hält, Kinder mit allen Details zu belasten. Eine kurze Erklärung zu Kosten und begrenztem Einkommen nennt es hilfreich.
Fragen richtig. Die Erklärungen zeigen dir, wo du nachlesen kannst.
Das kannst du jetzt
- Du kannst erklären, was Kinder in Vorschule, Grundschule und Jugend oft schon aufnehmen und welche Sätze du anbieten kannst.
- Du kannst Gespräche mit offenen Fragen beginnen und Alltagssituationen als Anlass nutzen.
- Du kannst sagen, was Studien zu Gesprächen über Geld zeigen – und was sie nicht belegen.
Dein nächster Schritt
Wie viel Taschengeld zu welchem Alter passt und was § 110 BGB regelt, steht im Beitrag zum Taschengeld.
Zum Taschengeld-BeitragWeiterlesen
-
Kinder & Familie
Wie viel Taschengeld ist richtig?
Von 1 € pro Woche bis 75 € im Monat: Was Empfehlungen sagen, was § 110 BGB regelt und warum es keine Pflicht gibt.
-
Kinder & Familie
Was ist ein Kinderdepot – und was solltest du vorher wissen?
Risiken zuerst: Wem das Geld gehört, was Kosten und Steuern bedeuten und wie ein Kinderdepot zur geplanten Frühstartrente steht.
-
Geld verstehen
Was ist Geld eigentlich?
Tauschen, vergleichen, aufbewahren: Was Geld leistet und warum ein Schein ohne eigenen Wert trotzdem funktioniert.
Quellen
Zuletzt geprüft: 5. Oktober 2026. Wir haben die Seiten an diesem Tag geöffnet. Zahlen und Regeln können sich ändern.
- Deutsches Jugendinstitut: Taschengeld und Gelderziehung (Expertise 2025) (öffnet in neuem Tab)
- OECD: PISA 2022 Results (Volume IV) – How Financially Smart Are Students? (öffnet in neuem Tab)
- Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest: KIM-Studie 2024 (öffnet in neuem Tab)
- CFPB: Money as You Grow – Young children (öffnet in neuem Tab)
- CFPB: Money as You Grow – School-age children to preteens (öffnet in neuem Tab)
- CFPB: Money as You Grow – Teenagers and young adults (öffnet in neuem Tab)
- Berliner Familienportal: Taschengeld – Ratgeber für Berliner Eltern (öffnet in neuem Tab)
- Jugendschutzgesetz § 10b: Entwicklungsbeeinträchtigende Medien (öffnet in neuem Tab)
- Verbraucherzentrale Hamburg: In-App-Käufe fürs Handy – Müssen Eltern zahlen? (Stand 28.04.2025) (öffnet in neuem Tab)
- Verbraucherzentrale Niedersachsen: Unerwünschte App- und In-App-Käufe vermeiden (Stand 29.07.2026) (öffnet in neuem Tab)
Keine Anlageberatung. Wir erklären, wie etwas funktioniert – entscheiden musst du selbst. Das ist keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung.