Zum Inhalt springen

Sparen & Anlegen

Was ist ein ETF – einfach erklärt?

Ein ETF ist ein Korb voller Wertpapiere, der einen Index nachbildet und an der Börse gehandelt wird. Wir erklären zuerst, was schiefgehen kann – und danach, was ein ETF kostet und worauf du achten kannst.

  • Von Chris
  • Zuletzt geprüft: 5. Oktober 2026
  • 5 Min. Lesezeit
  • Einsteiger

Rate mal

Der Aktienindex MSCI World (Unternehmen aus 23 Industrieländern) erreichte Ende Oktober 2007 einen Höchststand. Um wie viel Prozent fiel er bis zum Tief im März 2009 – gerechnet in US-Dollar?

Auflösung zeigen

Richtig ist: rund 57 %.

Laut MSCI waren es 57,46 % (31.10.2007 bis 09.03.2009). Aus 10.000 € wären rechnerisch 4.254 € geworden; um das auszugleichen, hätte es danach rund 135 % Plus gebraucht. Das ist eine Rechnung zu einem Index, keine Vorhersage – ein ETF hat zusätzlich Kosten.

Kurz gesagt

  1. Ein ETF ist ein Korb voller Wertpapiere, der einen Index nachbildet und an der Börse gehandelt wird.
  2. Sein Wert schwankt mit den Märkten – Verluste sind möglich, auch über viele Jahre.
  3. Kosten, Währung und die Zusammensetzung des Index bestimmen mit, was bei dir ankommt; eine Checkliste hilft beim Prüfen, eine Empfehlung gibt es hier nicht.

Was ist ein ETF?

ETF steht für Exchange Traded Fund, auf Deutsch: börsengehandelter Fonds. Ein Fonds sammelt das Geld vieler Anleger und legt es in viele Wertpapiere an. Bei einem ETF werden die Fondsanteile an der Börse gehandelt.

Die meisten ETFs bilden einen Index nach. Ein Index ist eine Messlatte für einen Markt: Er fasst die Entwicklung vieler Wertpapiere in einer Zahl zusammen. Der DAX zum Beispiel umfasst laut BaFin die 40 größten und umsatzstärksten deutschen Aktien – ein Erklärbeispiel, keine Empfehlung.

Der ETF kauft die Wertpapiere des Index oder bildet sie über Tauschgeschäfte mit Banken nach, sogenannte Swaps. Das nennt man passiv gemanagt: Niemand wählt einzelne Wertpapiere aus, der Fonds folgt nur dem Index. Bei aktiv gemanagten Fonds entscheidet ein Team, was gekauft wird.

Was kann bei einem ETF schiefgehen?

Ein ETF ist kein Sparbuch. Sein Wert hängt direkt davon ab, wie sich die Wertpapiere im Index entwickeln. Die BaFin prüft nicht, ob ein Fonds wirtschaftlich ist – die Risiken trägst du allein.

Etwas anderes ist der Schutz bei einer Pleite der Fondsgesellschaft. Nach Angaben der Verbraucherzentralen haben ETFs den Rechtsstatus eines Sondervermögens: Das Fondsvermögen muss laut Kapitalanlagegesetzbuch getrennt vom Vermögen der Gesellschaft gehalten werden. Geht die Gesellschaft pleite, sind deine Anteile davon nicht betroffen – vor Kursverlusten schützt das nicht.

Was kostet ein ETF?

Fonds berechnen laufende Kosten, oft TER genannt (Total Expense Ratio). Sie werden jedes Jahr als Prozentsatz direkt aus dem Fondsvermögen bezahlt und mindern den Wert deiner Anteile. Laut Verbraucherzentralen liegen die Gebühren bei ETFs meist zwischen 0,07 % und 0,3 %, bei aktiv gemanagten Fonds meist bei 1,5 bis 2 %.

Was Kosten über 20 Jahre ausmachen

Kosten im ersten Jahr bei 0,2 % auf 10.000 €
20 €
Kosten im ersten Jahr bei 1,5 % auf 10.000 €
150 €
Endbetrag nach 20 Jahren bei 0,2 % Kosten
rund 25.540 €
Endbetrag nach 20 Jahren bei 1,5 % Kosten
rund 19.900 €
Unterschied durch die Kosten
rund 5.640 €

Annahmen: Einmal 10.000 € angelegt, 5 % Wertzuwachs pro Jahr vor Kosten. Die Kosten werden vereinfacht vom Wertzuwachs abgezogen (es bleiben 4,8 % bzw. 3,5 %). Keine Steuern, keine Inflation, keine Kaufkosten. Die Kostensätze sind Beispielwerte, keine Produktangaben. Das ist eine Rechnung, keine Vorhersage.

Beim Kauf kommt die Ordergebühr dazu, das Entgelt für den Kaufauftrag. Laut Verbraucherzentralen liegt sie je nach Anbieter bei null bis 1 % der Anlagesumme. Ein fester Euro-Betrag trifft kleine Raten besonders: 1,50 € auf 25 € sind 6 %.

Welche Begriffe tauchen immer wieder auf?

Fachbegriffe übersetzt

BegriffAuf Deutsch
ThesaurierendDer Fonds legt Erträge wie Dividenden wieder an. Dein Anteil wird dadurch mehr wert.
AusschüttendDer Fonds zahlt die Erträge aus, meist einmal im Quartal oder Jahr. Der Anteilspreis sinkt um den Betrag.
SparplanDu kaufst regelmäßig für einen festen Betrag Anteile, zum Beispiel jeden Monat.
OrdergebührDer Preis für den Kaufauftrag an der Börse.
AusgabeaufschlagEinmalige Gebühr beim Kauf von Fonds. Wer ETFs an der Börse kauft, spart sie.

Steuerlich werden ausschüttende und thesaurierende ETFs laut Verbraucherzentralen ähnlich behandelt. Was das für dich bedeutet, hängt vom Einzelfall ab.

Was du vor einer Entscheidung prüfen kannst

Hier steht kein ETF, kein Anbieter und keine Empfehlung. Diese Checkliste zeigt Fragen, die du für dich klären kannst. Antworten stehen im Basisinformationsblatt, das Anbieter dir vor dem Kauf aushändigen müssen.

  • Index: Welchen Index bildet der ETF nach? Wie viele Unternehmen und Länder stecken drin, und wie gleichmäßig sind sie verteilt?
  • Kosten: Wie hoch sind die laufenden Kosten im Jahr, und was kostet der Kauf?
  • Größe: Wie viel Geld steckt im Fonds? Die Verbraucherzentralen nennen als Faustformel rund 500 Millionen €, damit er nicht so leicht geschlossen oder verschmolzen wird.
  • Ertragsverwendung: Thesaurierend oder ausschüttend – was passt zu deinem Ziel?
  • Anlagehorizont: Wann brauchst du das Geld? Für Geld, das du bald in voller Höhe brauchst, halten die Verbraucherzentralen Aktien-ETFs für ungeeignet.
  • Bezeichnung: Ist es wirklich ein ETF? ETNs und ETCs klingen ähnlich, sind aber Schuldverschreibungen und bei einer Pleite des Herausgebers nicht geschützt.

Das ersetzt keine Beratung. Wer eine unabhängige Einschätzung zur eigenen Lage will, kann die Verbraucherzentrale fragen. Zum Einordnen helfen die Beiträge „Aktie, Anleihe, Fonds“ und „Was ist Zinseszins?“ – beide sind unten verlinkt.

Teste dich selbst

Was bedeutet „passiv gemanagt“ bei einem ETF?

Auflösung zeigen

Richtig ist: Der Fonds folgt einem Index; ein Team wählt keine einzelnen Wertpapiere aus.

Richtig, weil ein passiver ETF nur die Zusammensetzung des Index nachbildet. Abgesichert gegen Verluste ist er dadurch nicht, und verkaufen kannst du ihn an der Börse jederzeit, wenn jemand kauft.

Was bewirkt die Rechtsform „Sondervermögen“?

Auflösung zeigen

Richtig ist: Das Fondsvermögen wird getrennt vom Vermögen der Gesellschaft gehalten – vor Kursverlusten schützt das nicht.

Richtig, weil das Gesetz die Trennung vorschreibt. Das hilft, wenn die Gesellschaft zahlungsunfähig wird. Ob der Index steigt oder fällt, ändert das nicht.

Zwei ETFs bilden denselben Index nach. Einer kostet 0,2 % im Jahr, der andere 1,5 %. Was folgt daraus?

Auflösung zeigen

Richtig ist: Die Kosten mindern jedes Jahr den Ertrag; über 20 Jahre kann das Tausende Euro ausmachen.

Richtig, weil Kosten jedes Jahr aus dem Fondsvermögen abgezogen werden. In der Beispielrechnung sind es nach 20 Jahren rund 5.640 € Unterschied bei 10.000 €.

Das kannst du jetzt

  • Du kannst erklären, was ein ETF ist: ein Korb voller Wertpapiere, der einen Index nachbildet und an der Börse gehandelt wird.
  • Du kannst die wichtigsten Risiken nennen: Kursverluste, Währung und zu viel Gewicht auf einzelnen Ländern oder Firmen.
  • Du kannst eine Checkliste durchgehen, ohne dass dir jemand ein Produkt empfiehlt: Index, Kosten, Größe, Ertragsverwendung, Anlagehorizont.

Dein nächster Schritt

Ordne ein, wo ETFs im Vergleich zu Aktien und Anleihen stehen.

Aktie, Anleihe, Fonds vergleichen

Weiterlesen

Quellen

Zuletzt geprüft: 5. Oktober 2026. Wir haben die Seiten an diesem Tag geöffnet. Zahlen und Regeln können sich ändern.

  1. BaFin: Exchange Traded Funds (ETFs) im Überblick (öffnet in neuem Tab)
  2. BaFin: Aktien auf einen Blick (DAX-Definition) (öffnet in neuem Tab)
  3. BaFin: Wertpapierfonds (laufende Kosten, Funktionsweise) (öffnet in neuem Tab)
  4. Verbraucherzentrale: Welche Vorteile und Nachteile haben ETFs? (Stand 21.07.2025) (öffnet in neuem Tab)
  5. Verbraucherzentrale: ETF-Kauf – Auf diese Kriterien sollten Sie bei der Auswahl achten (Stand 12.03.2026) (öffnet in neuem Tab)
  6. MSCI: MSCI World Index (USD), Index Factsheet, Stand 30.09.2026 (öffnet in neuem Tab)
  7. Gesetze im Internet: § 92 KAGB (Sondervermögen) (öffnet in neuem Tab)
  8. Gesetze im Internet: § 93 KAGB (Verfügungsbefugnis, Haftung des Sondervermögens) (öffnet in neuem Tab)

Keine Anlageberatung. Wir erklären, wie etwas funktioniert – entscheiden musst du selbst. Das ist keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung.