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Eine Anleihe über 1.000 € zahlt zehn Jahre lang 3 % Zinsen im Jahr und am Ende die 1.000 € zurück. Direkt nach dem Kauf steigt der Zins für neue Anleihen auf 5 %. Du verkaufst sofort an der Börse. Was bekommst du ungefähr?
Richtig!
Nicht ganz. Richtig ist: rund 846 €.
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Richtig ist: rund 846 €.
Es sind rund 846 €. Neue Anleihen bringen 5 %, also zahlt am Markt niemand mehr, als sich bei Zinsen und Rückzahlung zusammen auf 5 % im Jahr rechnet. Annahmen: Zins einmal im Jahr, zehn Jahre Restlaufzeit, keine Kosten – eine Rechnung, keine Vorhersage.
Kurz gesagt
- Eine Aktie ist ein Anteil am Unternehmen, eine Anleihe ein Kredit an einen Aussteller, ein Fonds ein Korb aus vielen Wertpapieren.
- Bei jeder Form sind Verluste möglich: bei einzelnen Aktien und Anleihen bis zum Totalverlust, bei Anleihen auch durch steigende Zinsen, bei Fonds durch fallende Märkte.
- Ein Fonds streut die Einzelrisiken, das Risiko des gesamten Marktes bleibt.
Wer bist du bei Aktie, Anleihe und Fonds?
Mit einer Aktie wirst du Miteigentümer eines Unternehmens, auch wenn dein Stück winzig ist. Mit einer Anleihe leihst du einem Aussteller Geld und wirst sein Gläubiger. In einen Fonds zahlen viele Anleger ein, und eine Gesellschaft legt das Geld in vielen Wertpapieren an.
Aktie, Anleihe, Fonds im Vergleich
| Frage | Aktie | Anleihe | Fonds |
|---|---|---|---|
| Was ist das? | Ein Anteil an einem Unternehmen. | Ein Kredit an einen Staat, eine Bank oder ein Unternehmen. | Ein Korb aus vielen Wertpapieren, den eine Gesellschaft verwaltet. |
| Wem gehört was? | Dir gehört ein kleiner Teil der Firma (Miteigentümer). | Du bist Gläubiger: Du hast Anspruch auf Zinsen und Rückzahlung. | Du hältst Anteile am Fonds; sein Vermögen ist von der Gesellschaft getrennt. |
| Woher kommt der Ertrag? | Kursgewinne und, wenn das Unternehmen sie auszahlt, eine Dividende. | Zinsen und die Rückzahlung am Ende; Kursgewinne beim Verkauf sind möglich. | Dividenden, Zinsen und Kursänderungen im Korb, abzüglich Kosten. |
| Hauptrisiko | Der Kurs fällt; geht das Unternehmen pleite, kann die Aktie wertlos werden. | Der Aussteller zahlt nicht, oder der Kurs fällt, weil die Zinsen steigen. | Die Märkte im Korb fallen; dazu kommen Kosten und je nach Inhalt Zins- oder Währungsrisiko. |
| Beispiel in Euro | 1.000 € in eine einzelne Aktie. Bei Pleite kann es 0 € statt 1.000 € werden. | 1.000 € Nennwert, 3 % Zins: 30 € im Jahr. Steigt der Zins auf 5 %, ist sie bei sofortigem Verkauf rund 846 € wert. | 1.000 € gleich auf 100 Unternehmen verteilt: Eine Pleite kostet 10 €. Fällt der ganze Markt um 50 %, sind es 500 €. |
Die Euro-Beispiele sind Annahmen zum Rechnen, keine Vorhersage.
- Aussteller (Emittent): wer das Wertpapier herausgibt, etwa ein Unternehmen oder ein Staat.
- Kurs: der aktuelle Börsenpreis eines Wertpapiers.
- Dividende: ein Teil des Gewinns, den ein Unternehmen an seine Aktionäre auszahlt.
- Nennwert: bei einer Anleihe der Betrag, der am Ende zurückgezahlt wird.
Was kann bei Aktien und Anleihen schiefgehen?
Aktien: Der Kurs schwankt und hängt auch von der Wirtschaftslage und der Politik ab, nicht nur vom Unternehmen. Geht ein Unternehmen pleite, können die Aktien wertlos werden, und das eingesetzte Geld ist weg. Eine Dividende ist kein fester Betrag: Die Hauptversammlung entscheidet, ob ein Teil des Gewinns ausgezahlt wird.
Anleihen: Laut BaFin gibt es für Anleihen keine Einlagensicherung, also keine Absicherung deines Geldes, falls der Aussteller zahlungsunfähig wird. Dann kann das Kapital teilweise oder ganz verloren sein, und auch die Zinsen können ausfallen. Verkaufst du vor dem Ende der Laufzeit, bekommst du den Kurs von heute – im Guten wie im Schlechten.
Dieser Kurs hängt am Marktzins. Steigt der Zins, den neue Anleihen bieten, wird die alte Anleihe mit niedrigerem Zins weniger wert. Fällt der Zins, steigen die Kurse tendenziell.
Was ein Zinsanstieg mit einer Anleihe macht
- Nennwert, Rückzahlung am Ende
- 1.000 €
- Zinsen pro Jahr bei 3 %
- 30 €
- Restlaufzeit
- 10 Jahre
- Zins für neue Anleihen steigt auf
- 5 %
- Kurs bei sofortigem Verkauf
- rund 846 €
Annahmen: Zinszahlung einmal im Jahr, zehn Jahre Restlaufzeit, der Marktzins steigt direkt nach dem Kauf auf 5 %, der Aussteller zahlt vollständig. Der Kurs ist der heutige Wert aller künftigen Zahlungen bei 5 % im Jahr. Keine Kosten, keine Steuern. Wer bis zum Ende wartet, bekommt in diesem Beispiel die 1.000 € zurück. Das ist eine Rechnung, keine Vorhersage.
Was ändert ein Fonds – und was nicht?
Ein Fonds verteilt dein Geld auf viele Wertpapiere. Fällt ein einzelnes Unternehmen aus, trifft dich nur ein kleiner Teil. Das nennt man Streuung: Sie senkt die Einzelrisiken.
Je nach Inhalt heißt der Fonds Aktienfonds oder Rentenfonds, manche mischen beides. Ein ETF ist ein Fonds, der an der Börse gehandelt wird und einen Index nachbildet; mehr dazu im Beitrag „Was ist ein ETF?“.
Das Geld im Fonds ist ein Sondervermögen: Es liegt getrennt von der Fondsgesellschaft bei einer Depotbank. Geht die Gesellschaft pleite, sind deine Anteile laut Verbraucherzentralen nicht verloren. Vor Kursverlusten schützt das nicht.
Was haben alle drei gemeinsam?
Alle drei kosten Geld: Kauf, Verkauf und Verwahrung im Depot, bei Fonds zusätzlich die laufenden Kosten. Auf Gewinne und Erträge können Steuern anfallen. Kosten fallen in jedem Fall an, ein Ertrag ist nicht zugesagt.
Bank oder Berater müssen dir alle Kosten vorab nennen, in einer sogenannten Ex-ante-Kosteninformation – auch ohne Beratung. Bei Fonds gehört ein Basisinformationsblatt dazu, das Art und Risiken des Fonds erklärt. Die BaFin bewertet nicht, ob eine Anlagestrategie Erfolg verspricht: Die Risiken tragen allein die Anleger.
Was das für dich heißt
Hier steht keine Empfehlung für ein Produkt und keinen Anbieter. Welche Form zu dir passt, hängt von deinem Ziel, deinem Zeitraum und deiner Schmerzgrenze ab. Diese Fragen kannst du für dich klären:
- Zeitraum: Wann brauchst du das Geld? Für Geld, das du bald in voller Höhe brauchst, halten die Verbraucherzentralen Aktien-ETFs für ungeeignet.
- Schmerzgrenze: Auf wie viel Euro könntest du im schlimmsten Fall verzichten? Die Verbraucherzentralen nennen das eine zentrale Frage, die nur du selbst beantworten kannst.
- Streuung: Wie viel steckt in einem einzelnen Unternehmen oder Aussteller? Die BaFin warnt davor, das gesamte Vermögen in die Aktien eines einzigen Unternehmens zu stecken.
- Kosten: Was kosten Kauf, Verwahrung und laufender Betrieb? Die Ex-ante-Kosteninformation zeigt es vorab.
- Unterlagen: Liegt das Informationsblatt vor? Fehlt es, kannst du es anfordern.
Das ersetzt keine Beratung. Wer eine unabhängige Einschätzung zur eigenen Lage will, kann die Verbraucherzentrale fragen.
Teste dich selbst
Du kaufst eine Aktie und eine Anleihe desselben Unternehmens. Wer bist du jeweils?
Richtig!
Nicht ganz. Richtig ist: Bei der Aktie Miteigentümer, bei der Anleihe Gläubiger.
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Richtig ist: Bei der Aktie Miteigentümer, bei der Anleihe Gläubiger.
Richtig, weil eine Aktie einen Anteil am Unternehmen bedeutet. Mit einer Anleihe verleihst du Geld und hast Anspruch auf Zinsen und Rückzahlung.
Was bewirkt ein Fonds mit sehr vielen Wertpapieren?
Richtig!
Nicht ganz. Richtig ist: Er verteilt das Risiko einzelner Pleiten, aber nicht das Risiko des ganzen Marktes.
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Richtig ist: Er verteilt das Risiko einzelner Pleiten, aber nicht das Risiko des ganzen Marktes.
Richtig, weil Streuung Einzelrisiken senkt. Fällt der ganze Markt oder steigt der Zins, verlieren auch Fonds an Wert – 2022 sanken die Kurse praktisch aller Rentenfonds.
Der Marktzins steigt. Was passiert in der Regel mit dem Kurs einer laufenden Anleihe mit festem Zins?
Richtig!
Nicht ganz. Richtig ist: Er fällt.
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Richtig ist: Er fällt.
Richtig, weil neue Anleihen dann mehr Zinsen bieten und die alte weniger wert ist. Der Nennwert gilt nur für die Rückzahlung am Ende.
Fragen richtig. Die Erklärungen zeigen dir, wo du nachlesen kannst.
Das kannst du jetzt
- Du kannst erklären, wer du bei Aktie, Anleihe und Fonds bist: Miteigentümer, Gläubiger oder Anteilseigner an einem Korb.
- Du kannst für jede Form das Hauptrisiko nennen: Totalverlust, Zahlungsausfall und Zinsänderung, Schwankung des Marktes.
- Du kannst sagen, was Streuung leistet – Einzelrisiken senken – und was nicht: das Risiko des ganzen Marktes.
Dein nächster Schritt
Ein ETF ist ein Fonds mit besonderen Regeln. Wie er funktioniert, was er kostet und welche Risiken er hat, steht im nächsten Beitrag.
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Quellen
Zuletzt geprüft: 5. Oktober 2026. Wir haben die Seiten an diesem Tag geöffnet. Zahlen und Regeln können sich ändern.
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