Rate mal
Du legst einmal 1.000 € an und bekommst jedes Jahr 5 % dazu. Du gibst nichts davon aus. Wie viel Geld ist es nach 30 Jahren?
Richtig!
Nicht ganz. Richtig ist: rund 4.300 €.
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Richtig ist: rund 4.300 €.
Es sind rund 4.300 €, genauer 4.322 €: 1.000 € mal 1,05, dreißig Mal hintereinander. Ohne Zinseszins wären es nur 2.500 €. Annahmen: 5 % pro Jahr, jedes Jahr gleich, keine Kosten, Steuern oder Inflation – das ist eine Rechnung, keine Vorhersage.
Kurz gesagt
- Zinseszins heißt: Zinsen, die du schon bekommen hast, werden im nächsten Jahr mitverzinst.
- Bei gleicher Sparrate hilft ein früherer Start in der Rechnung oft mehr als eine höhere Rate – das Geld hat mehr Zeit zu wachsen.
- Das ist eine Rechnung, keine Vorhersage: Echte Erträge schwanken, und Kosten, Steuern und Inflation nehmen davon etwas weg.
Was ist Zinseszins – und was ist der Unterschied zu Zinsen?
Zinsen sind der Preis dafür, dass jemand dein Geld nutzen darf. Bei Zinseszins bleiben die Zinsen im Topf. Im nächsten Jahr bringen sie selbst wieder Zinsen.
5 % Zinsen heißt: Aus 100 € werden in einem Jahr 105 €. Im zweiten Jahr zählen die 5 € mit, und du bekommst 5,25 € statt 5 €. Die 25 Cent Unterschied sind der Zinseszins.
1.000 € zu 5 % pro Jahr – ohne und mit Zinseszins
| Nach … Jahren | Nur Zinsen auf die 1.000 € | Mit Zinseszins |
|---|---|---|
| 1 | 1.050 € | 1.050 € |
| 5 | 1.250 € | 1.276 € |
| 10 | 1.500 € | 1.629 € |
| 20 | 2.000 € | 2.653 € |
| 30 | 2.500 € | 4.322 € |
Annahmen: einmal 1.000 € angelegt, 5 % pro Jahr, jedes Jahr gleich, keine Kosten, Steuern oder Inflation. Das ist eine Rechnung, keine Vorhersage.
Nach 30 Jahren liegen zwischen den beiden Spalten 1.822 €. Das ist der Zinseszins: Zinsen auf Zinsen. Er wächst anfangs langsam und wird gegen Ende immer größer.
Was kann dem Zinseszins in die Quere kommen?
Der Zinseszins wirkt auch gegen dich. Wachsen Schulden, weil Zinsen nicht gezahlt, sondern der Schuld zugeschlagen werden, rechnet sich das genauso. Bei 10 % im Jahr werden aus 1.000 € Schulden nach sieben Jahren rund 1.949 €.
Dispozinsen, also die Zinsen fürs überzogene Girokonto, liegen laut BaFin oft deutlich über den Zinsen für Raten- oder Rahmenkredite. Je länger eine Überziehung läuft, desto mehr summieren sich die Zinsen.
Was bleibt nach Kosten, Steuern und Inflation übrig?
Fonds und Depots kosten Geld. Laufende Kosten werden jedes Jahr vom Ertrag abgezogen. Bei 5 % Ertrag nehmen 1 % Kosten ein Fünftel davon weg.
Auf Kapitalerträge fallen 25 % Kapitalertragsteuer an. Dazu kommen 5,5 % Solidaritätszuschlag auf diese Steuer, zusammen 26,375 %, und für Mitglieder steuererhebender Kirchen die Kirchensteuer. Frei bleiben im Jahr 1.000 € (bei Zusammenveranlagung 2.000 €): der Sparer-Pauschbetrag, ein Freibetrag für Kapitalerträge (Stand 05.10.2026).
Steuer auf 1.500 € Kapitalerträge im Jahr
- Kapitalerträge im Jahr
- 1.500 €
- abzüglich Sparer-Pauschbetrag
- −1.000 €
- Steuerpflichtig
- 500 €
- 25 % Kapitalertragsteuer
- 125,00 €
- 5,5 % Solidaritätszuschlag auf diese Steuer
- 6,88 €
- Steuer insgesamt (ohne Kirchensteuer)
- 131,88 €
Annahmen: Einzelperson ohne Kirchensteuer, Sparer-Pauschbetrag noch nicht anderweitig verbraucht, keine weiteren Kapitalerträge. Wie Steuern bei dir wirken, hängt vom Einzelfall ab. Das ist eine Rechnung, keine Steuerberatung.
Dazu kommt die Inflation, also steigende Preise: Im September 2026 lagen sie laut Statistischem Bundesamt vorläufig 3,3 % über dem Vorjahresmonat. Die EZB strebt mittelfristig 2 % an. Bei 2 % im Jahr kaufst du in 20 Jahren mit 10.000 € so viel wie heute mit rund 6.730 €.
Warum zählt Zeit oft mehr als die Höhe?
Der Zinseszins wirkt am stärksten am Ende. In den späten Jahren ist der Betrag am größten, also wächst er dann am meisten. Wer früher anfängt, hat vor diesen Jahren schon mehr angespart.
Gleiche Rate, unterschiedlicher Start
- Anna spart 30 Jahre lang 100 € im Monat – eingezahlt
- 36.000 €
- Ben spart 20 Jahre lang 100 € im Monat – eingezahlt
- 24.000 €
- Annas Endbetrag
- rund 81.500 €
- Bens Endbetrag
- rund 40.600 €
- Monatliche Rate, die Ben bräuchte, um Annas Endbetrag zu erreichen
- rund 201 €
Annahmen: Anna und Ben sind Beispielpersonen. 5 % Wertzuwachs pro Jahr, Raten am Monatsende, beide hören am selben Tag auf zu sparen, keine Kosten, Steuern oder Inflation. Das ist eine Rechnung, keine Vorhersage.
Anna zahlt 12.000 € mehr ein, hat am Ende aber rund 41.000 € mehr. Ben müsste für denselben Endbetrag etwa doppelt so viel im Monat zurücklegen. Das zeigt die Mechanik – jedes Leben und jedes Budget sieht anders aus.
Was sagt die 72er-Faustregel?
Die 72er-Regel ist eine Faustregel: 72 geteilt durch den Zinssatz in Prozent ergibt grob die Jahre, bis sich Geld verdoppelt. Bei 6 % sind das 72 ÷ 6 = 12 Jahre. Das gilt nur, wenn der Zinssatz jedes Jahr gleich bleibt.
72er-Regel und Rechenprobe
| Zinssatz pro Jahr | Faustregel: Jahre bis zur Verdopplung | Genau gerechnet: Jahre |
|---|---|---|
| 3 % | 24 | 23,4 |
| 6 % | 12 | 11,9 |
| 9 % | 8 | 8,0 |
| 12 % | 6 | 6,1 |
Rechenprobe: 1,06 hoch 12 ergibt 2,01. Annahme: fester Zinssatz, jedes Jahr gleich. Das ist eine Rechnung, keine Vorhersage.
Die Probe zeigt: Die Faustregel liegt nahe am genauen Wert, trifft ihn aber nicht. Bei sehr niedrigen oder sehr hohen Zinssätzen wird die Abweichung größer. Für Schulden gilt sie genauso: Bei 10 % verdoppelt sich eine Schuld in gut sieben Jahren.
Was das für dich heißt
Wie viel Zinseszins bei dir ankommt, hängt von mehreren Dingen ab. Diese Fragen kannst du für dich durchgehen:
- Zeit: Wie lange bleibt das Geld angelegt? Jedes zusätzliche Jahr zählt am Ende am meisten.
- Ertrag: Ist er fest vereinbart oder schwankt er? Wer mit Spannen rechnet, etwa mit 0 %, 2 % und 5 %, sieht die Bandbreite.
- Kosten: Was zahlst du im Jahr, in Euro und in Prozent?
- Steuern: Wer ein Depot oder Konto hat, kann seiner Bank einen Freistellungsauftrag erteilen. Laut Bundeszentralamt für Steuern bleiben Kapitalerträge dann bis 1.000 € (Ehegatten und Lebenspartner: 2.000 €) steuerfrei.
- Einzelfall: Wie Steuern bei dir wirken, hängt von deiner Lage ab. Frag Steuerberatung oder Verbraucherzentrale.
Mit deinen eigenen Zahlen rechnest du im Zinseszins-Rechner – der Link steht ganz unten. Wie Preise über die Jahre wirken, erklärt der Beitrag „Was ist Inflation?“
Teste dich selbst
Was bedeutet Zinseszins?
Richtig!
Nicht ganz. Richtig ist: Zinsen, die schon gutgeschrieben sind, werden im nächsten Jahr mitverzinst.
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Richtig ist: Zinsen, die schon gutgeschrieben sind, werden im nächsten Jahr mitverzinst.
Richtig, weil bei Zinseszins der Ertrag im Topf bleibt und im Folgejahr selbst Zinsen bringt. Der Zinssatz bleibt dabei gleich.
Anna und Ben sparen jeden Monat gleich viel. Anna fängt zehn Jahre früher an. Was zeigt die Rechnung im Beispiel?
Richtig!
Nicht ganz. Richtig ist: Anna hat am Ende etwa doppelt so viel, obwohl sie nur die Hälfte mehr einzahlt.
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Richtig ist: Anna hat am Ende etwa doppelt so viel, obwohl sie nur die Hälfte mehr einzahlt.
Richtig, weil bei Anna die späten Jahre mit dem größten Betrag zusätzlich zählen. Sie zahlt 36.000 € statt 24.000 € ein und hat rund 81.500 € statt 40.600 € – bei 5 % als Annahme.
Was ist an der 72er-Regel richtig?
Richtig!
Nicht ganz. Richtig ist: Sie ist eine Faustregel für einen festen Zinssatz und nur eine Näherung.
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Richtig ist: Sie ist eine Faustregel für einen festen Zinssatz und nur eine Näherung.
Richtig, weil sie nur grob stimmt und einen festen Zinssatz voraussetzt. Echte Erträge schwanken, deshalb ist sie eine Rechenhilfe und keine Vorhersage.
Fragen richtig. Die Erklärungen zeigen dir, wo du nachlesen kannst.
Das kannst du jetzt
- Du kannst erklären, was Zinseszins ist, und den Unterschied zu einfachen Zinsen in Euro zeigen.
- Du kannst mit der 72er-Faustregel überschlagen, wann sich Geld verdoppelt – und weißt, dass sie nur eine Näherung ist.
- Du kannst nennen, was das Ergebnis drückt: schwankende Erträge, Kosten, Steuern und Inflation.
Dein nächster Schritt
Rechne mit deinen eigenen Zahlen: Rate, Laufzeit und Zinssatz kannst du im Rechner selbst ändern.
Zum Zinseszins-RechnerWeiterlesen
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Quellen
Zuletzt geprüft: 5. Oktober 2026. Wir haben die Seiten an diesem Tag geöffnet. Zahlen und Regeln können sich ändern.
- Gesetze im Internet: § 20 EStG (Einkünfte aus Kapitalvermögen, Sparer-Pauschbetrag in Absatz 9) (öffnet in neuem Tab)
- Gesetze im Internet: § 32d EStG (Gesonderter Steuertarif für Einkünfte aus Kapitalvermögen) (öffnet in neuem Tab)
- Gesetze im Internet: § 4 SolZG (Bemessungsgrundlage und Solidaritätszuschlag 5,5 %) (öffnet in neuem Tab)
- Bundeszentralamt für Steuern: Kirchensteuer auf Abgeltungsteuer (Freistellungsauftrag, Sparer-Pauschbetrag) (öffnet in neuem Tab)
- Bundeszentralamt für Steuern: Kapitalerträge (25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag) (öffnet in neuem Tab)
- Statistisches Bundesamt: Inflationsrate im September 2026 voraussichtlich +3,3 % (Pressemitteilung vom 30.09.2026) (öffnet in neuem Tab)
- Europäische Zentralbank: Erklärung zur geldpolitischen Strategie (2025), 2 %-Inflationsziel (öffnet in neuem Tab)
- BaFin: Junge Erwachsene oft unbedarft bei Krediten (Dispokredit und Raten-/Rahmenkredite) (öffnet in neuem Tab)
- Verbraucherzentrale: Augenmaß bei Geldanlagen – So können Sie Risiken streuen (Stand 21.01.2026) (öffnet in neuem Tab)
- MSCI: MSCI World Index (USD), Index Factsheet, Stand 30.09.2026 (öffnet in neuem Tab)
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