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Banken im Euroraum müssen einen Teil bestimmter Verbindlichkeiten, vor allem Kundeneinlagen, als Mindestreserve bei der Zentralbank halten. Wie viele Euro sind das pro 1.000 € Einlagen?
Richtig!
Nicht ganz. Richtig ist: 10 €.
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Richtig ist: 10 €.
10 €. Die Mindestreserve beträgt 1 % (EZB, Bundesbank), und 1 % von 1.000 € sind 10 €. Das zeigt: Die Mindestreserve allein begrenzt die Kreditvergabe kaum – andere Grenzen greifen, die der Artikel erklärt.
Kurz gesagt
- Zentralbankgeld – Bargeld und die Guthaben der Banken bei der Zentralbank – kann nur die Zentralbank schaffen.
- Das Geld auf deinem Konto, das Buchgeld, entsteht vor allem, wenn eine Bank einen Kredit vergibt: Sie schreibt den Betrag gut. Wird der Kredit getilgt, verschwindet das Geld wieder.
- Unbegrenzt geht das nicht: Kreditnachfrage, Eigenkapital- und Liquiditätsregeln, Refinanzierungskosten und die Leitzinsen der Zentralbank setzen Grenzen.
Zwei Arten von Geld: Zentralbankgeld und Buchgeld
Im Euroraum gibt es zwei Schichten Geld. Zentralbankgeld besteht aus Bargeld und den Guthaben, die Banken bei der Zentralbank haben. Buchgeld ist das Guthaben auf deinem Konto.
Zentralbankgeld kann nur die Zentralbank schaffen. Im Euroraum ist das das Eurosystem – die EZB und die nationalen Zentralbanken wie die Bundesbank. Es entsteht, wenn sie Banken Kredite gibt oder ihnen Wertpapiere abkauft und den Betrag gutschreibt.
Auch die Zentralbank verschenkt nichts: Kredite gibt sie in der Regel nur gegen Sicherheiten, etwa Wertpapiere. Was Geld überhaupt ist, steht in Was ist Geld eigentlich?
Wie entsteht Buchgeld, wenn eine Bank einen Kredit vergibt?
Stell dir vor, du bekommst von deiner Bank einen Kredit über 1.000 €. Die Bank schreibt dir 1.000 € auf dein Girokonto gut. Damit ist neues Buchgeld entstanden.
Ein Kredit über 1.000 € in der Bilanz der Bank (vereinfacht)
| Schritt | Was die Bank zu bekommen hat | Was die Bank schuldet |
|---|---|---|
| Kredit wird gewährt | Rückzahlung von dir: 1.000 € | Dein Guthaben: 1.000 € |
| Du zahlst den Kredit zurück | Rückzahlung von dir: 0 € | Dein Guthaben: 0 € |
Bilanz = Übersicht, was eine Bank zu bekommen hat und was sie schuldet. Beispiel nach der Bundesbank; Zinsen und Gebühren sind nicht eingerechnet.
Für die Bank ist dein Guthaben eine Schuld an dich. Das Geld gehört also dir, nicht der Bank. Zahlst du den Kredit zurück, wird das Buchgeld wieder „vernichtet“.
Die Bundesbank sagt, Banken schaffen Buchgeld „quasi aus dem Nichts“. Die EZB beschreibt es nüchtern: Geschäftsbanken schaffen es durch eine Ausweitung ihrer Bilanzen, zum Beispiel bei einem Autokredit.
Es gibt auch andere Wege: Kauft eine Bank ein Wertpapier und schreibt dem Verkäufer den Betrag gut, entsteht ebenfalls Buchgeld. Der Kredit ist laut Bundesbank aber der quantitativ wichtigste Weg.
Zwei Irrtümer: „nur Erspartes“ und „unbegrenzt“
Irrtum 1: Eine Bank kann nur verleihen, was andere vorher eingezahlt haben. Die Bundesbank nennt das einen weitverbreiteten Irrtum. Bei jeder Kreditvergabe entsteht zusätzliches Buchgeld, die Bank braucht dafür nicht erst fremde Einlagen.
Ganz unwichtig sind Einlagen trotzdem nicht. Überweist du das Geld an eine andere Bank, muss sich die kreditgebende Bank Zentralbankgeld für die Zahlung besorgen – das kostet Zinsen. Die Bundesbank: „In diesem Sinne stimmt es, dass Banken Ersparnisse ihrer Kunden benötigen, um Kredite vergeben zu können. Eine zwingende Voraussetzung ist es allerdings nicht.“
Irrtum 2: Banken können unbegrenzt Geld erschaffen. Auch das stimmt nicht: „Unendlich sind die Geldschöpfungsmöglichkeiten der Geschäftsbanken allerdings nicht“, schreibt die Bundesbank.
Und der „Geldmultiplikator“ aus mancher Lehrbuchgrafik? Die Bundesbank warnt davor, ihn als feste Konstante zu verstehen: Er fasse nur zusammen, wie sich Banken, Kunden und Zentralbank verhalten.
Was begrenzt die Geldschöpfung der Banken?
Nach der Bundesbank wirken mehrere Grenzen zusammen:
- Kreditnachfrage: Es braucht Kunden, die zu den verlangten Zinsen einen Kredit wollen. Die Initiative geht laut Bundesbank regelmäßig von ihnen aus.
- Rückzahlung: Banken prüfen, ob Zins und Tilgung zu schaffen sind. Fällt ein Kredit aus, trägt die Bank das Risiko.
- Refinanzierung: Überweist du das Geld weiter, braucht die Bank Zentralbankgeld für die Zahlung. Das kostet sie Zinsen.
- Regeln: Vorschriften zu Eigenkapital (das eigene Geld der Bank, das Verluste auffängt) und Liquidität (sofort verfügbare Zahlungsmittel) begrenzen die Kredite. Dazu kommt die Mindestreserve von 1 % bestimmter Verbindlichkeiten.
- Leitzinsen: So heißen die Zinsen, zu denen Banken sich bei der Zentralbank Geld besorgen. Steigen sie, werden Kredite meist teurer, und die Nachfrage sinkt tendenziell.
Wer entscheidet, wie viel Geld es gibt?
Eine einzelne Stelle entscheidet das nicht. Die Bundesbank beschreibt die Geldmenge als „das Ergebnis komplexer Interaktionen zwischen Banken, Nichtbanken und Zentralbank“. Nichtbanken sind etwa Haushalte und Unternehmen.
Die Zentralbank steuert nur indirekt, vor allem über die Leitzinsen. Die geldpolitischen Entscheidungen trifft im Euroraum der EZB-Rat; die Bundesbank setzt sie in Deutschland um. Das vorrangige Ziel ist stabile Preise.
Beim Bargeld ist es klarer: Die EZB steuert die Menge der Euro-Banknoten und genehmigt den Umfang der Euro-Münzen. Die Münzen geben die Euro-Länder aus.
Und wie groß ist die Geldmenge? Die EZB zählt im Euroraum für August 2026 rund 17,6 Billionen € als M3, die weit gefasste Geldmenge (vorläufig). Davon sind rund 1,6 Billionen € Bargeld; im Jahresvergleich wuchs M3 um 3,5 %.
Was du daraus mitnehmen kannst
- Ein Kredit ist kein Geschenk: Das gebuchte Geld ist eine Schuld mit Zinsen. Wer einen Kredit erwägt, kann Zins, Laufzeit und monatliche Rate nebeneinanderlegen.
- Dein Guthaben ist für die Bank eine Schuld an dich. Deshalb gibt es Bankenaufsicht und Einlagensicherung, die Rückzahlungsansprüche „in gewissem Umfang“ absichert. Wie weit das reicht, erfährst du bei deiner Bank oder der Verbraucherzentrale.
- Wer Behauptungen wie „Banken verleihen nur Erspartes“ oder „Banken erschaffen beliebig Geld“ hört, kann sie nachprüfen: Die Bundesbank erklärt die Geldschöpfung frei lesbar.
Teste dich selbst
Was passiert mit dem Buchgeld, wenn ein Kredit vollständig zurückgezahlt wird?
Richtig!
Nicht ganz. Richtig ist: Es wird wieder „vernichtet“, die Geldmenge sinkt entsprechend.
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Richtig ist: Es wird wieder „vernichtet“, die Geldmenge sinkt entsprechend.
Richtig, weil Buchgeld im Beispiel durch die Kreditvergabe entstanden ist. Bundesbank und EZB beschreiben beide, dass es bei der Rückzahlung wieder verschwindet.
Stimmt es, dass Banken nur Kredite vergeben können, wenn ihnen vorher Spareinlagen anderer Kunden zugeflossen sind?
Richtig!
Nicht ganz. Richtig ist: Nein: Bei der Kreditvergabe entsteht neues Buchgeld, Einlagen erleichtern nur die Refinanzierung.
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Richtig ist: Nein: Bei der Kreditvergabe entsteht neues Buchgeld, Einlagen erleichtern nur die Refinanzierung.
Richtig, weil die Bundesbank eine zwingende Voraussetzung verneint. Einlagen helfen der Bank aber, sich günstiger zu refinanzieren und Risiken zu begrenzen.
Welche Grenzen gelten laut Bundesbank für die Geldschöpfung der Banken?
Richtig!
Nicht ganz. Richtig ist: Kreditnachfrage, Eigenkapital- und Liquiditätsregeln, Refinanzierungskosten und Leitzinsen.
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Richtig ist: Kreditnachfrage, Eigenkapital- und Liquiditätsregeln, Refinanzierungskosten und Leitzinsen.
Richtig, weil mehrere Faktoren zusammenwirken. Die Mindestreserve beträgt nur 1 % und ist nicht die einzige Grenze.
Fragen richtig. Die Erklärungen zeigen dir, wo du nachlesen kannst.
Das kannst du jetzt
- Du kannst erklären, was Zentralbankgeld und Buchgeld sind und wer sie jeweils schafft.
- Du kannst beschreiben, wie ein Bankkredit Buchgeld entstehen lässt – und warum das nicht unbegrenzt geht.
- Du kannst die Sätze „Banken verleihen nur Erspartes“ und „Banken erschaffen beliebig viel Geld“ einordnen.
Dein nächster Schritt
Übermäßige Kreditvergabe kann die Preise zu stark steigen lassen (siehe Kasten oben). Was Inflation genau ist und wie sie gemessen wird, erklärt das nächste Stück.
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Quellen
Zuletzt geprüft: 5. Oktober 2026. Wir haben die Seiten an diesem Tag geöffnet. Zahlen und Regeln können sich ändern.
- Deutsche Bundesbank: Geld und Geldpolitik, 3. Banken und Buchgeld (Geldmenge, Geldschöpfung) (öffnet in neuem Tab)
- Deutsche Bundesbank: Geld und Geldpolitik, 1. Funktionen und Formen des Geldes (Zentralbankgeld) (öffnet in neuem Tab)
- Deutsche Bundesbank: Geld und Geldpolitik, 6. Die Geldpolitik des Eurosystems (EZB-Rat, Mindestreserve) (öffnet in neuem Tab)
- Deutsche Bundesbank: Monatsbericht April 2017, Die Rolle von Banken, Nichtbanken und Zentralbank im Geldschöpfungsprozess (öffnet in neuem Tab)
- Deutsche Bundesbank: Wie Geld entsteht (Themenseite, 25.04.2017) (öffnet in neuem Tab)
- Deutsche Bundesbank: Häufig gestellte Fragen zum Thema Geldschöpfung (öffnet in neuem Tab)
- Europäische Zentralbank: Was ist Geld? (aktualisiert am 19.06.2024) (öffnet in neuem Tab)
- Europäische Zentralbank: Was ist die Mindestreservepflicht? (aktualisiert am 08.11.2023) (öffnet in neuem Tab)
- Europäische Zentralbank: Monetary developments in the euro area, August 2026 (25.09.2026) (öffnet in neuem Tab)
- Europäische Zentralbank, Data Portal: Geldmenge M3 (BSI-Zeitreihe, Euroraum) (öffnet in neuem Tab)
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