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Finfluencer: Woran erkenne ich bezahlte Tipps?

Finfluencer erklären Geld in Videos und Posts. Manche tun das sorgfältig, andere verdienen an dem, was sie zeigen. Hier steht, woran du den Unterschied prüfen kannst.

  • Von Chris
  • Zuletzt geprüft: 5. Oktober 2026
  • 5 Min. Lesezeit
  • Einsteiger

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Die BaFin hat 2026 Krypto-Anleger befragt, die schon einmal der Empfehlung eines Finfluencers gefolgt waren. Wie viele von ihnen kauften, weil jemand behauptet hatte, jetzt sei der richtige Zeitpunkt?

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Richtig ist: etwa 35 %.

Etwa 35 %. Weitere 29 % kauften, weil laut Finfluencer viele andere gerade kauften (die Angst, etwas zu verpassen, kurz FOMO). Für die BaFin wurden 4.340 Personen online befragt, ausgewertet wurden 1.000 Krypto-Besitzer. Es sind Selbstauskünfte.

Kurz gesagt

  1. Finfluencer erklären Geld in sozialen Medien und verdienen oft an dem, was sie zeigen: durch Links, Provisionen, Kooperationen oder eigene Kurse.
  2. Wer dafür Geld oder Vorteile bekommt, muss das klar erkennbar machen, etwa mit „Anzeige“ oder „Bezahlte Partnerschaft“. Die BaFin nennt fünf Punkte: Kompetenz, Transparenz, Fairness, gesetzliche Spielregeln, Risikobewusstsein.
  3. Warnzeichen sind Druck („jetzt“), fehlende Risikohinweise und Gewinnversprechen. Seriöse Bildungsangebote gibt es; du erkennst sie an offenen Interessen und ehrlichen Risikohinweisen.

Was sind Finfluencer – und woran verdienen sie?

Finfluencer, ein Kofferwort aus „Finanzen“ und „Influencer“, sprechen in sozialen Medien über Geld und Geldanlage. Die BaFin schreibt, sie erreichten über Instagram, TikTok und Co. ein Millionenpublikum. Das kann nützlich sein: Finfluencer können laut BaFin wertvolle Arbeit leisten, wenn sie fundiert informieren.

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg nennt vier Wege, Geld zu verdienen: Affiliate-Links, Provisionen für verkaufte Finanzprodukte, bezahlte Werbung für Partner und den Verkauf von Büchern oder Coachings. Ein Affiliate-Link ist ein Link, der dem Finfluencer Geld bringt, wenn du darüber etwas abschließt.

Geld zu verdienen ist nicht verboten. Es muss nur erkennbar sein. In einer BaFin-Umfrage von 2024 unter jungen Anlegern kauften 57 % derer, die einen Link zu einem Anlageprodukt wahrgenommen hatten, direkt darüber.

Was verlangt das Gesetz?

Wer für einen Beitrag Geld oder eine ähnliche Gegenleistung bekommt, muss den kommerziellen Zweck kenntlich machen (§ 5a Abs. 4 UWG). Das gilt nicht, wenn er sich unmittelbar aus den Umständen ergibt. Dass es eine Gegenleistung gab, wird zunächst vermutet. Der Finfluencer müsste das Gegenteil glaubhaft machen.

Das Digitale-Dienste-Gesetz verlangt, dass kommerzielle Kommunikation klar als solche erkennbar ist und der Auftraggeber klar identifizierbar sein muss (§ 6 Abs. 1 DDG). Der Medienstaatsvertrag fordert, dass Werbung klar erkennbar und vom übrigen Inhalt eindeutig getrennt ist (§ 22 Abs. 1 MStV).

Wie das aussehen soll, beschreibt die EU-Wertpapieraufsicht ESMA (2025): mit Wörtern wie „Anzeige“, „Bezahlte Partnerschaft“ oder „Gesponsert“ oder dem Anzeigen-Banner der Plattform. Nicht in kleiner Schrift, nicht nur mit Hashtags. Ob ein einzelner Beitrag Werbung ist, hängt vom Einzelfall ab.

Die fünf Punkte der BaFin – und was sie für dich bedeuten

Die BaFin hat am 19.08.2026 fünf Punkte genannt, auf die Finfluencer achten sollten. Sie richten sich an die Finfluencer, helfen aber auch dir beim Einordnen.

Fünf Punkte der BaFin als Fragen an ein Video

PunktWas die BaFin sagtFrage, die du stellen kannst
KompetenzWer öffentlich über Finanzprodukte spricht, sollte sie selbst verstehen.Erklärt die Person auch Nachteile und Kosten?
TransparenzGeld, Geschenke oder Vergünstigungen nicht verschweigen. Ein eigenes Investment rechtzeitig offenlegen.Steht „Anzeige“ gut sichtbar da? Sagt die Person, ob sie selbst investiert ist?
FairnessÜber Risiken wahr, fair und klar informieren. Fakten und Meinungen trennen. Keine Angst, etwas zu verpassen.Werden Verluste genannt? Wird Druck aufgebaut?
Gesetzliche SpielregelnKeine Anlageberatung oder -vermittlung ohne Erlaubnis. Wer beruflich Anlageempfehlungen verbreitet, muss sich bei der BaFin registrieren.Bekommst du persönliche Kauf- oder Verkaufsempfehlungen?
RisikobewusstseinWerbung für unseriöse Plattformen kann auch die Finfluencer selbst in Schwierigkeiten bringen.Lässt sich die beworbene Plattform bei der BaFin prüfen?

Quelle: BaFin, „Fünf Punkte, auf die Finfluencer achten sollten“, 19.08.2026 (zuerst erschienen am 29.07.2026 bei Business Insider). Die rechte Spalte ist unsere Übersetzung für Zuschauer.

Die BaFin schreibt auch: Zusätzliche Regulierung sei nicht zwingend nötig, die bestehenden Regeln gälten aber auch in sozialen Netzwerken. Das Schlagwort „Dies ist keine Anlageberatung“ schützt Finfluencer laut ESMA nicht davor, dass ihre Aussagen als Anlageempfehlung gelten können.

Was zeigen Umfragen – und wann wird es ein Warnzeichen?

Die BaFin-Umfrage vom Frühjahr 2026 unter Krypto-Anlegern: Rund die Hälfte achtet auf Empfehlungen von Finfluencern. Etwa 40 % war nicht bewusst, dass Finfluencer oft für Empfehlungen bezahlt werden. Das heißt nicht, dass jede Empfehlung bezahlt ist, sondern dass vielen der Unterschied nicht klar ist.

Ältere Zahlen aus 2024: Für rund 60 % der 18- bis 45-Jährigen waren Finfluencer eine gute Alternative zur professionellen Beratung. Eine Beratung ist das nicht, denn ein Finfluencer kennt deine Lage nicht.

  • Druck: „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt“ oder „Alle kaufen schon“ (35 % und 29 % in der BaFin-Umfrage).
  • Gewinnversprechen: Schnelle Gewinne und die Aussicht auf großen Reichtum sind laut Verbraucherzentrale immer unseriöse Versprechen.
  • Fehlende Risiken: Kein Wort zu möglichen Verlusten, obwohl Differenzkontrakte, Futures oder stark schwankende Kryptowerte laut BaFin sehr hohe Verlustrisiken haben können.
  • Der kleine Kreis: Das Angebot, einer Gruppe von Insidern beizutreten, ist laut Verbraucherzentrale ein Trick, den Wunsch nach Dabeisein zu wecken.
  • Intransparenz: Unklare Kosten oder ein unklares Geschäftsmodell sind laut Verbraucherzentrale ein Grund, das Angebot nicht weiterzuverfolgen.

Was du jetzt tun kannst: fünf Fragen vor dem Kauf

  1. Wer verdient woran? Suche nach „Anzeige“ oder „Bezahlte Partnerschaft“. Prüfe, ob ein Link unter dem Video dem Finfluencer Provision bringen kann.
  2. Werden Risiken genannt? Auch ein möglicher Totalverlust?
  3. Legt die Person eigene Positionen offen? Hat sie selbst investiert, muss sie das laut BaFin rechtzeitig sagen.
  4. Drängt jemand zum Kauf? Heute, jetzt, bevor es zu spät ist?
  5. Verstehst du das Produkt? Die BaFin rät, einen Kauf erst zu erwägen, wenn man das Produkt richtig verstanden hat.

Seriöse Bildungsangebote gibt es. Sie erklären, wie ein Produkt funktioniert, nennen Kosten und Nachteile und kennzeichnen Werbung deutlich. Wer sich ohne Verkaufsabsicht mit anderen Anlegern austauscht, ist nach Definition der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg kein Finfluencer. Grundlagen findest du zum Beispiel in Was ist ein ETF?, als Erklärung und nicht als Empfehlung.

Wie halten wir es selbst? rareassetz erklärt und empfiehlt keine Produkte. Wir bekommen keine Provisionen für Finanzprodukte, und bezahlte Inhalte heißen bei uns „Anzeige“.

Prüf das bei uns genauso nach wie bei jedem anderen. Wie Werbung mit bekannten Gesichtern zur Falle wird, steht in Fake-Werbung mit Promis.

Teste dich selbst

Ein Video endet mit einem Link, über den du bei einem Anbieter ein Konto eröffnen kannst. Warum ist das für die Einordnung wichtig?

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Richtig ist: Weil der Finfluencer über solche Links Provision verdienen kann.

Richtig, weil die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg Affiliate-Links und Provisionen als übliche Einnahmequellen nennt. Das ist ein möglicher Interessenkonflikt, aber kein Beweis für Unseriosität.

Ein Finfluencer sagt: „Alle kaufen gerade, du verpasst sonst etwas.“ Zu welchem der fünf BaFin-Punkte gehört das?

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Richtig ist: Fairness: keine psychologischen Tricks wie die Angst, etwas zu verpassen.

Richtig, weil die BaFin unter „Fairness“ ausdrücklich nennt, bei Followern nicht die Angst zu erzeugen, etwas zu verpassen. In ihrer Umfrage kauften 29 % der Befolger, weil angeblich viele andere kauften.

Unter einem Video steht „Dies ist keine Anlageberatung“. Was folgt daraus laut ESMA?

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Richtig ist: Der Satz schützt ihn nicht davor, dass seine Aussagen als Anlageempfehlung gelten können.

Richtig, weil die ESMA schreibt, dass Haftungsausschlüsse wie „Dies ist keine Anlageberatung“ in diesen Fällen nicht schützen. Ob etwas Werbung ist, hängt außerdem nicht von so einem Satz ab.

Das kannst du jetzt

  • Du kannst jetzt erklären, wie Finfluencer Geld verdienen: Affiliate-Links, Provisionen, Kooperationen, Kurse.
  • Du kannst die fünf Punkte der BaFin nennen und auf ein Video anwenden.
  • Du kannst gekennzeichnete Werbung erkennen und Warnzeichen wie Druck, Gewinnversprechen und fehlende Risikohinweise benennen.

Dein nächster Schritt

Verstehen schützt vor dem Überredetwerden. Wie ein verbreitetes Produkt funktioniert, steht in der Erklärung zum ETF.

ETF einfach erklärt

Weiterlesen

Quellen

Zuletzt geprüft: 5. Oktober 2026. Wir haben die Seiten an diesem Tag geöffnet. Zahlen und Regeln können sich ändern.

  1. BaFin: Fünf Punkte, auf die Finfluencer achten sollten (19.08.2026) (öffnet in neuem Tab)
  2. BaFin: Soziale Medien treiben Kryptoinvestments – BaFin-Umfrage (01.10.2026) (öffnet in neuem Tab)
  3. BaFin: Geldanlage – So erkennen Sie unseriöse Angebote (öffnet in neuem Tab)
  4. BaFinJournal: Generation Y und Z setzen auf Finfluencer (23.09.2024) (öffnet in neuem Tab)
  5. Verbraucherzentrale Baden-Württemberg: Finfluencer und ihre Geschäftsmodelle (Lehrerhandreichung, November 2025) (öffnet in neuem Tab)
  6. Verbraucherzentrale: Finanzinformationen im Netz – Zwischen Aufklärung und Abzocke (Stand 08.12.2025) (öffnet in neuem Tab)
  7. Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), § 5a Irreführung durch Unterlassen (öffnet in neuem Tab)
  8. Digitale-Dienste-Gesetz (DDG), § 6 Besondere Pflichten bei kommerzieller Kommunikation (öffnet in neuem Tab)
  9. Medienanstalt Hessen: Werbung in Telemedien und digitalen Diensten (§ 22 MStV, § 6 DDG) (öffnet in neuem Tab)
  10. ESMA: Finfluencer – Tipps für eine verantwortungsvolle Werbung (Factsheet, 2025) (öffnet in neuem Tab)

Keine Anlageberatung. Wir erklären, wie etwas funktioniert – entscheiden musst du selbst. Das ist keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung.